30.01.2007

Der Doppelgänger

Nun ist es also passiert. Irgendjemand schreibt auf my-hammer.de Kommentare und bedient sich dabei meines Namens. Ich hoffe, derjenige liest mein blog, denn ich möchte, dass er folgende Zeilen verinnerlicht:

Es ist letztklassig unter einem fremden Namen persönliche Meinungen abzugeben. Eine Person, die nicht mal in einem Online-Forum genug Rückrat hat, für eigene Meinungen gerade zu stehen, offenbart einen massiven Mangel an Selbstwertgefühl und ist letztlich nur bemitleidenswert.

Eine Klarstellung zu den tausendfach verlinkten 700 Euro

Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, flammende Reden zu untermauern und er soll schon gar nicht einen Glaubenskrieg unterstützen. Ich habe nichts gegen Billiganbieter. Lest dazu „Was darf ein Logo kosten“. Mir ist auch herzlich egal, zu welchen noch so irrsinnigen Preisen manche „Designer“ auf my-hammer.de anbieten.

In meinem 700 Euro Artikel geht es um das Gegenangebot eines Unternehmens. Wir sprechen hier nicht vom Schüler, der gerne nebenbei etwas verdient. Das ist doch völlig OK! Es geht schlicht und einfach um Firmen, die mangels kaufmännischen Verständnisses Angebote schreiben, die sie nicht einhalten können, außer sie arbeiten unter einem Qualitätsniveau, dass sich in unserer Branche etabliert hat.

Wenn ich zum Beispiel wüsste, wie es finanzierbar wäre, tolle Websites für 50 Euro anzubieten, würde ich es tun. Ach was sag ich. Wenn ich es wüsste, würde ich diese Erkenntnis in Dosen verpacken, weltweit vermarkten und mir einen Alterssitz auf den Bahamas zulegen. Fakt ist aber, dass sich mir diese Erkenntnis entzieht.

Abschließend möchte ich dem Namens- und URL-Vetter noch eines auf den Weg geben. Wer sich offenbar so intensiv damit beschäftigt, was alles bei my-hammer zu unglaublich billigen Preisen angeboten wird und dann unter einem Deckmantel Meinungen postet, sollte sich folgenden Satz auf einen kleinen gelben Klebezettel schreiben, am Monitor befestigen und immer wieder verinnerlichen:

Heute ist ein guter Tag, um erwachsen zu werden!

11 Kommentare zu „Der Doppelgänger“

  1. Peter

    Du bist sehr gnädig mit dem Typ, Respekt. Schräge Meinungen unter fremden Namen zu verbreiten ist doch wohl üble Nachrede und passt gut vor einen Staatsanwalt. Vielleicht ist das auch gar Pubertierender sondern ein übelwollender Konkurrent? Also ich würde wahrscheinlich ziemlich ausrasten und nach der größten Keule suchen, die ich finde :-)
    Gruß
    Peter

  2. Markus Stefan

    Gute Idee, mit der Keule! ;-)

  3. Julian Schrader

    Zuerst dachte ich an einen evtl. “echten” Doppelgänger — doch wenn er auch deine URL als seine ausgibt…

    Sorg dafür, dass die Keule nicht nur groß, sondern auch hart genug ist ;-)

  4. Lorenz

    Gibt es einen genauen Link, um sich die Beiträge des Doppelgängers anzusehen?

  5. Markus Stefan

    Leider nicht. Ich wurde vom Jobanbieter erst kontaktiert, als er den Kommentar schon gelöscht hatte. Hab selber keine Ahnung, was da zu lesen war aber es soll nicht sehr höflich gewesen sein.

  6. Heinz

    Zum Thema Websites für 50 €. Wenn man sich die Profile einiger Billiganbieter anschaut stellt man fest dass sie z.B. Zweigstellen in Indien haben. Aber wieviel muss man davon verkaufen um selbst auf einen grünen Zweig zu kommen?
    Gruß, Heinz

  7. Just_older

    Oh das fühlte sich wohl jemand arg auf den Schlips getreten. Da der erste Tread zum Thema Preise für Websites closed ist, schreibe ich mal hier etwas zu.
    Ich habe selbst eine Firma und wir bieten u.a. Web- und Grafikdesign an. Meine Erfahrung ist einfach, dass die Kunden nicht bereit für Leistung zu bezahlen, so dass wir gezwungen waren unsere Preise drastisch zu senken. Wir sind professionelle WebDesigner, keine Frage allerdings bringt es uns nichts wenn keine Aufträge reinkommen weil keiner bereit ist unsere Leistungen adäquat zu bezahlen.
    Anbieter, die auf einen hohen Preis für Ihre Arbeit bestehen bekommen doch heutzutage keine Aufträge mehr oder zumindest nicht mehr in dem Maße, dass sie auf einen grünen Zweig kommen. Ich kenne vier solcher Anbieter. Diese Anbieter haben vielleicht wenn es hochkommt sechs Aufträge im Jahr. Wir verkaufen unsere Websites zum halben Preis, haben aber dementsprechend mehr Aufträge im Jahr und schneiden somit besser ab. Was ich damit sagen will: Egal wie qualitativ und aufwendig eine Website ist- es ist niemand bereits dafür 2000 Euro zu bezahlen, von großen Firmen jetzt mal abgesehen. Aber wir sprechen ja wohl eher die mittelständischen Unternehmen an und da wird sich wohl kaum einer finden der soviel Geld für eine Website ausgibt. Außerdem ist es leider wirklich so, dass man preislich ständig überboten wird. Selbst wir, die schon drastisch mit den Preisen runtergegangen sind , müssen dies ständig erleben. Aber wir müssen auch überleben und so müssen wir uns dem Markt anpassen. Und dass hier in Deutschland die “Geiz ist Geil- Mentalität” herrscht dürfte jedem wohl bekannt sein. Fazit: WebDesigner haben es in der heutigen Zeit verdammt schwer…

  8. Markus Stefan

    Für einen bestimmten Markt gesehen, stimmt das sicher. Man muss aber auch sehen, dass es sehr viele unterschiedliche Kundentypen und Anforderungen gibt. Dass niemand bereit ist 2.000 Euro für eine Website zu bezahlen, stimmt einfach nicht.
    Projekte wie z.B. KURIER sind unmöglich innerhalb eines so kleinen Budgets zu machen. Bei der Papierhandlung um die Ecke, sieht das schon wieder anders aus.
    Das Problem ist einfach, dass gutes Design Zeit und somit Geld kostet. Den oft bestrittenen Qualitätsunterschied gibt es und man sieht ihn zu 99% auf den ersten Blick. Manche Kunden brauchen/wollen diese Qualität und andere nicht.
    Noch mal auf den Punkt gebracht: Man muss einfach aufhören, stur zu denken, dass eine Website genau den Betrag x kosten darf. In jeder Branche, deren Leistung Kreativität voraussetzt (Anwälte, Berater, Designer, etc.) zersplittern sich die Anbieter in unterschiedliche Preisregionen und Bedienen unterschiedliche Kundentypen in friedlicher Koexistenz. Das ist beim Webdesign nicht anders.
    Auch wenn in der Diskussion manchmal das friedliche fehlt (was auch der Grund für das schließen des 700 Euro Beitrags war) … ;-)

  9. Kai Müller

    Ha! Da ist sie wieder, die alte Diskussion. Sehr beliebt in einschlägigen Foren. Fazit ist immer: Dienstleistungen müssen einfach einen bestimmten Preis haben, um wirtschaftlich sein zu können. Diejenigen, die Websites für unter 1500.- (außer von mir aus Microsites) produzieren, melden doch schon Insolvenz an, wenn ihnen ihr einziges Notebook abraucht. Die Erfahrung machen viele, habe ich auch mal gemacht.

  10. derWalter

    mhhhh…. irgendwie brennt mir die Schreibmaschine zu viel …

    Wegen der Keule, gut/adäquat gebrüllt Löwe ;)

    Wenn sich die Leute schon selber melden, ist das doch schon der öffentliche Beweis sein Ziel erreicht zu haben, was braucht man mehr in der Branche?

  11. bluehilltec

    Ich versuch das immer folgendermaßen zu sehen:

    Ein Kunde der ein unrealistisches Angebot wie auf my-hammer annimmt, ist nach dem Auftrag eine leichte Beute und bezahlt gerne danach für einen Profi.

    Das ist vielleicht sehr hart formuliert, wenn ich allerdings überlege wie viele Leute mir schon untergekommen sind bei denen genau das eingetroffen ist…

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