12.01.2007

iPhone, ich will dir fressen

Jetzt ist es also Realität geworden, das iPhone. Wie kaum anders zu erwarten, setzt es neue Maßstäbe im Handy-Design. Wie oft bin ich schon an simplen Dingen gescheitert, wie z.B. während eines Anrufs die Telefonsoftware (Adresse suchen, SMS lesen) zu nutzen oder schlicht zu makeln. Mit iPhone scheint die Zeit der (mangels sinnvollem UI) ungenutzen Featuritis endlich vorbei.

Kurz die Eckdaten:

Das iPhone
Steve Jobs hat bei seiner Keynote angekündigt, dass wir Europäer es im letzten Quartal 2007 in den Händen halten dürfen. Wer Apple kennt, weiß was man von solchen Ankündigungen zu halten hat. Also hoffen wir das Beste!

Es gibt ein 4GB und ein 8GB Modell.

Multi-touch ist eine neue Technologie, die Gesten mit mehreren Fingern ermöglicht. Sie wird zum Beispiel verwendet, wenn man Bilder vergrößern möchte. Hierzu setzt man einfach Daumen und Zeigefinger auf den Bildschrim und öffnet bzw. schließt sie wie bei einer Schere. Das Bild zoomt dann mit der Fingerbewegung mit. Genial!

Ein Sensor erkennt, wenn das iPhone in den landscape-mode gedreht wird. Dies wird z.B. für die Anzeige von Cover Flow sowie die Anzeige von Fotos und Videos genutzt. Ein weiterer Sensor erkennt, wenn man das iPhone zum Ohr führt und schaltet automatisch das Display ab. Der dritte und letzte Sensor ist ein „ambient light sensor“, der in seiner Funktionsweise bereits von MacBooks bekannt ist.

Bluetooth 2.0 ist genauso an Board wie Wi-Fi. Das Telefon (darf man es überhaupt so nennen?) kann sich automatisch in kabellose Netzwerke einwählen und diese für Maps, Widgets, Safari, Mail, etc. nutzen.

So ganz nebenbei ist es auch noch „the best iPod we have ever made“. Hier hätte ich wirklich nicht gedacht, dass ein iPod ohne clickwheel funktionieren kann aber die neue Art zu scrollen scheint hier noch intuitiver gelöst zu sein. Man „zieht“ einfach mit dem Finger in eine Richtung und die Liste beginnt zu scrollen. Das tut sie für eine gewisse Zeit um dann nach und nach an Geschwindigkeit zu verlieren. Die Funktionalität erinnert ein wenig an ein Schwungrad. Schöne Idee!

Wie ist das möglich?

Es gibt natürlich noch einiges mehr über das iPhone zu berichten. Zum Beispiel, wie ich mir monatelang einreden werde, dass ich dieses Produkt nicht am ersten Tag besitzen muss, nur um dann an genau diesem, zum nächsten Apple-Händler zu laufen.

Das eigentlich Spannende ist aber, wie es möglich ist, dass Apple es immer wieder schafft, sensationelle Produkte auf den Markt zu bringen. Nehmen wir mal Microsoft her. Dort gibt es jedes Geld der Welt und ich bin überzeugt davon, dass die Qualität der Mitarbeiter dort genauso gut ist, wie sie es bei Apple ist. Trotzdem entlocken einem Microsofts Produkte nur selten einen Freudenschrei. Nicht umsonst hat der langjährige Windows-Chef, Jim Allchin, in einem (internen) Mail gemeint, „Wäre ich nicht bei Microsoft würde ich mir einen Mac kaufen“.

Ich denke, eines der Geheimnisse besteht darin, eigene Ideen immer wieder wegwerfen zu können und so lange an einer Sache zu arbeiten, bis sie besser (!) ist, als man sich selber erhofft hätte. Eine Tugend, die auch im Webdesign nicht schädlich ist … ;-)

6 Kommentare zu “iPhone, ich will dir fressen”

  1. bernhard says:

    sehr schick.
    dennoch etwas kritik. zu lesen hier und hier und dennoch hätte ich auch gerne eins.

  2. Ich denke, das von dir genannte Problem ist in allen größeren Firmen so – man ist einfach so festgefahren in den Dingen, die funktionieren, sodass man sich nur äußerst selten traut, neue Wege zu beschreiten. Hier haben “kleinere” Firmen wie Apple denke ich Ihren Vorteil.

  3. @Bernhard: Danke für die Links! Den allgemeinen Wunsch nach mehr Megapixel auf einem Handy kann ich aber echt nicht verstehen. Die auf dem kleinen Raum verwendeten Optiken, sind doch oft schon mit 2 Megapixel überfordert.

     

    @Marco: Die Firmengröße ist sicher ein Teil der Erklärung. Bei angeblich 20.000 Mitarbeitern weltweit, kann man aber nicht mehr wirklich von einer „kleineren“ Firma sprechen, oder? ;-)

  4. bernhard says:

    für alle die nicht warten wollen, der iphone klingelton.

  5. Max says:

    Warum nach Microsoft kucken, wenn es doch Handyhersteller gibt (Sony Ericsson) die wunderbare Handys bauen, mit super Funktionen.
    Microsoft braucht auch kein Handy zu bauen, Microsoft verdient schließlich bei jedem Euro den Apple per IPhone verdient kräftig mit. Und warum Microsoftprodukte keinen Freudenschrei bewirken ist auch klar, weil es Mode ist Microsoft zu hassen (Hat seine Gründe) und Mode ist Apple zu hypen.
    Wenn Motorola das gleiche Handy rausgebracht hätte, was wäre passiert? Hat kein UMTS, also wirds nich übermäßig gekauft und geht als nette Designidee (wie das LG Chocolate) in der Masse der Handys. Aber weils von Apple ist nimmt man die von bernhard erwähnten Kritikpunkte in Kauf und jeder braucht ein IPhone, völlig unabhängig davon, ob das Ding wirklich was Innovatives ist oder nicht.
    Also ich werd mir das Ding kaufen, das merkt man vielleciht an meinem Post. Ich amüsiere mich lieber wie damals, als jeder ein IPod Shuffle haben wollte und dabei völlig übersehen hat wie dermaßen Apple die Kunden mit dem Ding verschaukelt hat…

  6. Du magst in Teilen ja Recht haben. Wenn man aber täglich 10-12 Stunden vor einem Computer von Apple sitzt, ist von Hype nicht mehr viel zu spüren und man beginnt die Dinge etwas klarer zu sehen. Ich z.B. habe mit deutlich weniger Wutausbrüchen zu kämpfen, seit ich auf Hard-/Software von Apple umgestiegen bin und das ist eine (schöne) Tatsache unabhängig von technischen Spezifikationen oder Marketingfallen. ;-)

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